Ex-GTA-6-Entwickler bremsen Boykott-Aufrufe und werben für Merch-Spenden
Ausgerechnet ehemalige Entwickler von Grand Theft Auto VI bremsen jetzt die Boykott-Aufrufe aus der Community. Die Mitarbeitenden, die Rockstar Games im vergangenen Jahr entlassen hat, sagen klar: Ein Boykott sei nicht der richtige Weg, um Solidarität zu zeigen. Stattdessen schlagen sie eine Alternative vor, die direkt den Betroffenen helfen soll.
Hinter der Aktion steht die Rockstar Game Workers Union, kurz RGWU. In einem Video auf den eigenen Social-Media-Kanälen richtet sich die Gewerkschaft an Fans, die angekündigt hatten, das neue Grand Theft Auto aus Protest nicht zu kaufen. Die Botschaft ist eindeutig, und sie kommt direkt von Menschen, die selbst am Franchise gearbeitet haben.
Die klare Bitte der Gewerkschaft
Warum wollen entlassene GTA-6-Entwickler keinen Boykott? Die RGWU argumentiert, dass ein Verzicht auf das Spiel zwar gut gemeint sein kann, aber am Ende nicht automatisch denjenigen hilft, die von Rockstars Personalentscheidungen betroffen sind. Im Video betonen die Beteiligten, dass sie möchten, dass die Community die Welt erlebt, an der sie über Jahre mitgebaut haben.
Wir haben jahrelang unsere harte Arbeit, unser Können und unsere Kreativität in GTA gesteckt. Wir wollen, dass die Menschen das Universum erleben, das wir mit aufgebaut haben. Das heißt aber nicht, dass wir wollen, dass ihr Rockstar damit davonkommen lasst.
Entsprechend fällt auch der direkte Appell aus: Die Entwickler sagen ausdrücklich, man solle Grand Theft Auto VI nicht boykottieren. Gleichzeitig machen sie klar, dass Unterstützung trotzdem möglich ist, ohne die Situation der Betroffenen aus dem Blick zu verlieren.
So soll Unterstützung stattdessen aussehen
Wie können Fans die betroffenen Rockstar-Mitarbeitenden konkret unterstützen? Als finanzielle Alternative nennt die Gewerkschaft eine Solidaritäts-Aktion mit Merch. Im Mittelpunkt steht ein Solidaritäts-T-Shirt im Rockstar-Look, das vorbestellt werden kann. Daneben gibt es weitere Kleidungsstücke sowie Pins.
Wichtig dabei: Die Erlöse sind laut RGWU dafür vorgesehen, die rechtlichen Schritte und die damit verbundenen Kosten der entlassenen Mitarbeitenden zu stützen. Das T-Shirt wird als ethisch produziert beschrieben und stammt vom Design her direkt aus dem Gewerkschaftsumfeld.
- Solidaritäts-T-Shirt als zentrale Aktion
- Weitere Kleidungsartikel als Ergänzung
- Pins als kleinere Support-Option
- Option zur Spende ohne Artikel
- Einnahmen sollen in die Rechtsfonds der entlassenen Mitarbeitenden fließen
Für die deutschsprachige Community ist vor allem die Idee dahinter spannend: Wer das Spiel später spielt, kann dies mit dem Gefühl verbinden, parallel zur Vorfreude auch einen Beitrag zu leisten, der unmittelbar dort ankommt, wo gerade Unterstützung gebraucht wird.
Wenn GTA erscheint, könnt ihr spielen und wissen, dass ihr geholfen habt, für Gerechtigkeit für die Menschen zu kämpfen, die mit daran gearbeitet haben.
Gewerkschaftlicher Druck und aktuelle Entwicklungen
Was passiert aktuell zwischen RGWU und Rockstar Games? Laut den Angaben im Umfeld der Gewerkschaft gab es in den vergangenen Wochen ein erstes Treffen zwischen der RGWU und dem Management von Rockstar Games. Das ist bemerkenswert, weil sich die Organisation inzwischen als größte Spiele-Studio-Gewerkschaft in Europa positioniert.
Zur Mitgliedschaft sollen dabei nicht nur die vor einiger Zeit entlassenen Mitarbeitenden zählen, sondern auch Hunderte aktuell Beschäftigte. Das ist ein Signal, dass das Thema nicht nur rückblickend verhandelt wird, sondern mitten in laufende Produktionsrealitäten hineinreicht.
Parallel dazu stehen weitere Vorwürfe und Konfliktpunkte im Raum: In jüngerer Zeit gab es erneut Berichte und Anschuldigungen rund um Crunch und andere Arbeitsbedingungen. Zudem soll Rockstar in einem Rechtsstreit im Zusammenhang mit den Entlassungen einen Rückschlag erlitten haben. Zusätzlich wurde politisch Kritik laut, Rockstar würde laufende juristische Prozesse behindern.
Wie blickt ihr auf die Boykott-Debatte rund um Grand Theft Auto VI und den Aufruf der Gewerkschaft: würdet ihr eher zum Boykott greifen oder lieber über Solidaritäts-Merch und Spenden unterstützen? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.




