GTA 6

HMRC listet Rockstar Games UK – Illegale Unterbezahlung bei fünf Mitarbeitern

Rockstar Games steht in Großbritannien erneut wegen interner Vorgänge in der Kritik. Diesmal geht es nicht um Crunch oder Leaks, sondern um etwas, das in einem Milliardenunternehmen besonders bitter aufstößt: Laut britischer Regierung wurden Mitarbeitende bei Rockstar Games UK Limited illegal unterbezahlt.

Die Information stammt aus einer Veröffentlichung von His Majesty’s Revenue and Customs, kurz HMRC, also der britischen Steuer und Zollbehörde. Dort tauchte Rockstar Games UK Limited, die juristische Einheit hinter den UK-Studios des Publishers, in einer Liste von hunderten Firmen auf, die Lohnbeträge nachzahlen mussten.

Details zur bestätigten Unterbezahlung

Wie viel Geld fehlte den Betroffenen konkret? HMRC führt Rockstar Games UK Limited in der besagten Liste auf Platz 235 und beziffert die ausstehende Summe auf umgerechnet rund 1.630 Euro. Betroffen waren demnach fünf Beschäftigte, also im Schnitt etwa 326 Euro pro Person.

Aus den Angaben zur Adresse wird abgeleitet, dass die betroffenen Mitarbeitenden beim Studio Rockstar North in Edinburgh tätig sind. Dieses gilt als zentraler Standort für die Entwicklung von Grand Theft Auto VI und ist damit eines der wichtigsten Büros innerhalb der Produktion.

Auch wenn die Gesamtsumme im Vergleich zu den Umsätzen von Rockstar und Mutterkonzern Take Two winzig wirkt, ist sie für einzelne Beschäftigte alles andere als irrelevant. Entscheidend ist außerdem der Punkt, dass es laut HMRC um eine illegale Unterbezahlung ging, nicht um eine freiwillige Kulanzzahlung.

Anordnung durch die britische Behörde

Was hat HMRC gegen Rockstar angeordnet? Die Behörde ordnete an, dass die volle Summe an die Betroffenen nachgezahlt werden muss. Solche Listen dienen in Großbritannien nicht nur der Transparenz, sie sollen auch Druck auf Unternehmen ausüben, die Vorgaben etwa zum Mindestlohn korrekt einzuhalten.

Für Rockstar ist die Sache damit finanziell zwar schnell erledigt, kommunikativ ist sie aber unangenehm. Gerade im Umfeld eines Prestigeprojekts wie Grand Theft Auto VI fällt jede negative Schlagzeile rund um Arbeitsbedingungen und faire Bezahlung doppelt auf.

Zusätzliche Brisanz bekommt das Thema durch die öffentliche Wahrnehmung, dass Rockstar seit Jahren zu den absoluten Top-Verdienern der Branche zählt. Entsprechend groß ist die Erwartung, dass ausgerechnet dort bei Gehältern und Lohnabrechnungen alles sauber läuft.

Kontext: Reichtum, Steuervorwürfe und politische Kritik

Warum sorgt das Thema gerade jetzt für so viel Aufmerksamkeit? In der Diskussion wird häufig der Kontrast zwischen dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens und den Vorwürfen rund um den Umgang mit Mitarbeitenden betont. In britischen Medien wurde zudem darauf verwiesen, dass Sam und Dan Houser im vergangenen Jahr in einer Reichenliste auftauchten und gemeinsam ein Vermögen im Bereich von mehreren hundert Millionen US-Dollar zugeschrieben bekamen.

Parallel dazu gab es zuletzt auch politischen Gegenwind wegen der finanziellen Gestaltung des Unternehmens in Großbritannien. Im Dezember wurde berichtet, dass die Abgeordnete Tracy Gilbert das Thema im Parlament ansprach und dabei Rockstars Umgang mit Steuervorteilen sowie Vorwürfe rund um Gewerkschaftsarbeit kritisierte.

Dazu kommt: Im Umfeld des Unternehmens wurden außerdem Entlassungen im Zusammenhang mit mutmaßlichen Leaks thematisiert, die von Kritikerinnen und Kritikern ebenfalls als potenziell gewerkschaftsfeindlicher Schritt eingeordnet wurden. In Summe ergibt sich so ein Bild, das aktuell immer wieder für Diskussionen sorgt, sobald Rockstar in den Schlagzeilen auftaucht.

Was die Meldung für die Branche bedeutet

Welche Signalwirkung hat so ein Fall für die Games-Industrie? Fälle wie dieser sind ein Reminder, dass es bei Arbeitsbedingungen nicht nur um extreme Themen wie Crunch geht, sondern auch um Basics wie korrekte Lohnabrechnung und die Einhaltung gesetzlicher Mindeststandards. Gerade große Studios stehen dabei besonders im Fokus, weil ihre Projekte riesig sind und die Öffentlichkeit immer genauer hinschaut.

Für Grand Theft Auto VI selbst sagt die Meldung zwar nichts über Release-Pläne oder den Stand der Entwicklung aus. Aber sie trägt dazu bei, dass die Diskussion um Unternehmenskultur, faire Bezahlung und Verantwortung in der Games-Branche weiter Fahrt aufnimmt.

Wie bewertet ihr die Sache: Ein kleiner, aber peinlicher Abrechnungsfehler oder ein Symptom für größere Probleme? Schreibt eure Meinung gern in die Kommentare.

Bratono M.

Bratono ist der Turbo unter den GTA-Redakteuren – immer auf der Jagd nach den schnellsten Supersportwagen und den verrücktesten Stunts. Mit seiner langjährigen GTA-Erfahrung kennt er jede Rennstrecke, jede Lackierung und jedes Tuning-Detail. Wenn er nicht gerade die Straßen von Los Santos unsicher macht oder nach der perfekten Farbe für seinen Progen T20 sucht, versorgt er die Community mit Artikeln, Tipps und Fahrzeugvergleichen rund um die GTA-Welt. Lebensmotto: „Wenn’s nicht schnell genug ist, war’s kein echtes Rennen!“

EMPFOHLENE ARTIKEL

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 KOMMENTARE
Älteste
Neueste Most Voted
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anschauen
EMPFEHLUNG
Schließen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"