GTA 6

Rockstar Games vor Gericht – Kündigung wegen GTA 6 Leaks sorgt für Aufsehen

Rockstar Games hat erneut Entwickler entlassen, die mutmaßlich Informationen zu GTA 6 geleakt haben. Damit verschärft sich die ohnehin angespannte Situation zwischen dem Unternehmen und der Independent Workers’ Union of Great Britain (IWGB), die Rockstar vorwirft, unrechtmäßig Mitarbeitende entlassen zu haben.

Im Mittelpunkt steht ein Discord-Server, auf dem Entwickler offenbar über vertrauliche Inhalte zu noch unangekündigten Titeln gesprochen haben sollen. Laut Rockstar verstießen diese Gespräche gegen interne Vertraulichkeitsrichtlinien. Die Gewerkschaft hingegen sieht in den Kündigungen einen klaren Fall von gewerkschaftsfeindlichem Verhalten.

Hintergrund des Arbeitsrechtsstreits

Was hat zur aktuellen juristischen Auseinandersetzung geführt? Anfang Januar fand am Glasgow Tribunals Centre eine erste Anhörung im Verfahren rund um die angeblich rechtswidrigen Kündigungen statt. Die IWGB fordert, dass Rockstar die gekündigten Mitarbeitenden weiter bezahlt, bis es zu einem vollständigen Arbeitsgerichtsprozess kommt. Ein Urteil steht noch aus.

Die IWGB betont, dass insgesamt 31 Mitglieder aus dem Unternehmen gedrängt wurden, nachdem sie sich gewerkschaftlich organisiert hatten. In einem offiziellen Statement äußerte sich ein Vertreter der Gewerkschaft:

Wir bleiben zuversichtlich in der Stärke unseres Falls gegen Rockstar Games. Wir bekräftigen unsere feste Überzeugung, dass Rockstar das Gesetz gebrochen hat, als sie 31 unserer Mitglieder fristlos entließen, und freuen uns auf die vollständige gerichtliche Anhörung.

Rockstars offizieller Standpunkt

Wie rechtfertigt Rockstar die Entlassungen? In einer Stellungnahme gegenüber IGN weist Rockstar alle Vorwürfe entschieden zurück. Das Unternehmen spricht von einem schwerwiegenden Verstoß gegen Vertraulichkeitsrichtlinien durch Mitarbeitende in Großbritannien und Kanada. Diese hätten vertrauliche Informationen in einem öffentlich zugänglichen Discord-Channel geteilt.

Laut Rockstar enthielt der betroffene Server mindestens 25 nicht bei Rockstar angestellte Personen, darunter Mitarbeitende konkurrierender Studios, einen Spielejournalisten sowie zahlreiche anonyme Nutzer. Die Brisanz liegt darin, dass dort interne Details zu GTA 6 und anderen Projekten kursierten.

Wir bedauern, dass diese Kündigungen notwendig waren. Vertraulichkeit ist essenziell für alles, was wir bei Rockstar Games tun. Selbst kleinste Leaks können enormen kommerziellen und kreativen Schaden anrichten – wie wir es bereits erlebt haben.

Weitere Entlassungen bekannt geworden

Welche weiteren Fälle von Leaks sind aufgetaucht? Im selben Kontext gab Rockstar bekannt, dass es in den letzten Jahren zu mehreren weiteren Entlassungen gekommen sei – jeweils wegen einzelner, nicht miteinander verbundener Vorfälle von Leaks:

  • Ein Mitarbeiter von Rockstar Lincoln verlor im April 2023 seinen Job, nachdem er Details zu GTA 6 weitergegeben hatte, die anschließend auf Social Media veröffentlicht wurden.
  • Im November 2025 wurde ein Entwickler von Rockstar India entlassen – ebenfalls wegen eines Leaks.
  • Bereits zwei Jahre zuvor wurde ein Mitarbeiter in den USA aus ähnlichen Gründen entlassen.

Rockstar betont, dass all diese Fälle unabhängig voneinander sind und nichts mit der aktuellen arbeitsrechtlichen Auseinandersetzung zu tun haben. Dennoch zeigt sich ein klares Muster der Null-Toleranz-Politik gegenüber unautorisierten Informationsveröffentlichungen.

Auswirkungen auf die GTA-Community

Was bedeutet das für Fans und die Entwicklung von GTA 6? Rockstar Games ist bekannt für seine strenge Geheimhaltungspolitik. Leaks sind deshalb äußerst selten – und wenn sie auftreten, sorgen sie für große Aufmerksamkeit. Die jüngsten Vorfälle unterstreichen, wie ernst es dem Studio mit der Informationskontrolle ist.

Zugleich werfen die Entlassungen und der laufende Rechtsstreit Fragen zur Unternehmenskultur und zum Umgang mit gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitenden auf. Sollte sich der Verdacht erhärten, dass die Kündigungen auch der Zerschlagung von Gewerkschaftsstrukturen dienten, könnte das nicht nur rechtliche, sondern auch massive Imagefolgen für Rockstar haben.

Ein Blick nach vorn

Wie könnte sich die Situation weiterentwickeln? Noch steht das Urteil des Arbeitsgerichts aus – und ein vollständiger Prozess könnte sich über Monate hinziehen. Sollte die IWGB Erfolg haben, wäre Rockstar verpflichtet, die betroffenen Entwickler weiterhin zu entlohnen, bis endgültig über die Rechtmäßigkeit der Kündigungen entschieden wird.

Unabhängig vom Ausgang bleibt festzuhalten: Rockstar setzt weiterhin auf eine kompromisslose Verteidigung seiner Unternehmensgeheimnisse. Die strikte Umsetzung dieser Linie führt nun allerdings zu einer Auseinandersetzung, die weit über ein gewöhnliches Leak hinausgeht – und möglicherweise die Unternehmenspolitik auf lange Sicht verändern wird.

Wie siehst du die Situation zwischen Rockstar Games und den entlassenen Entwicklern? Schreibe deine Meinung gerne unten in die Kommentare!

Jens A.

Wenn bei GTA der fünfte Wagen brennt und irgendwo ein NPC flucht, ist Jens wahrscheinlich nicht weit. Bei GTAUp kümmert er sich mit viel Herzblut um GTA-News. Er liebt Blockbuster mit Millionenbudget oder eine Indie-Perle mit Retro-Charme. Sein Fachgebiet? Open Worlds, Chaos-Sandboxen und Games, bei denen man "nur mal kurz reinschauen" wollte und dann plötzlich 3 Stunden später noch da sitzt.

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