Trotz GTA-6-Warten – Houser-Brüder steigern Vermögen auf 474 Millionen Euro
Während sich Fans weiter gedulden müssen, sorgt ein neuer Eintrag in der UK Rich List für Gesprächsstoff: Die Rockstar-Mitgründer Sam und Dan Houser haben ihr Vermögen erneut gesteigert, obwohl ein großes neues Spiel seit Jahren ausbleibt und sich GTA 6 weiter verzögert. Möglich macht das vor allem die anhaltende Erfolgskurve von Grand Theft Auto V, Red Dead Redemption und den dazugehörigen Langzeit-Einnahmequellen.
In der aktuellen Liste der 350 reichsten Personen im Vereinigten Königreich landen die Houser-Brüder auf Platz 310. Damit klettern sie gegenüber dem Vorjahr leicht nach oben, damals waren sie auf Rang 312 geführt worden. Auffällig: Unter den reichsten Briten gehören sie zu einer kleinen Gruppe, die ihr Vermögen primär mit Videospielen aufgebaut hat.
Ein Vermögen, das trotz Release-Flaute wächst
Wie hoch ist das Vermögen von Sam und Dan Houser aktuell? Laut der Liste liegt das geschätzte gemeinsame Vermögen der Brüder bei umgerechnet rund 474 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Plus von umgerechnet etwa 6 Millionen Euro. Der Sprung fällt damit deutlich kleiner aus als im Zeitraum zuvor, als ihr Vermögen in einem Jahr besonders stark zulegte.
Spannend ist der Blick auf die Entwicklung über mehrere Jahre: Noch 2020 wurden ihre Finanzen grob mit umgerechnet rund 351 Millionen Euro beziffert. Innerhalb von fünf Jahren wäre das ein Wachstum von über 100 Millionen Euro, und das in einer Phase, in der kein neues Rockstar-Flaggschiff erschienen ist.
Mit Blick auf GTA 6 erwarten viele Beobachter, dass der nächste große Vermögenssprung mit dem Release folgt. Sollte das Spiel tatsächlich erneut Rekorde brechen, könnte sich das Ranking der Brüder in den kommenden Jahren weiter verbessern.
Royalties und Gewinnbeteiligungen als Gelddruckmaschine
Warum verdienen die Houser-Brüder weiterhin so viel Geld? Der Kern liegt in langfristigen Beteiligungsmodellen und wiederkehrenden Einnahmen. Ein Bericht von Tax Watch UK spricht davon, dass drei sogenannte Principals, also Sam Houser, Dan Houser und Leslie Benzies, gemeinsam mit weiteren nicht namentlich genannten Rockstar-Mitarbeitern Anspruch auf eine Gewinnbeteiligung in Höhe von 50 Prozent des operativen Profits haben sollen, der mit Rockstar-Titeln erzielt wird.
Für den Zeitraum zwischen den Geschäftsjahren 2014 bis 2019 werden interne Royalties bei Take Two Interactive in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar genannt. Umgerechnet entspricht das grob rund 2,3 Milliarden Euro. Besonders eindrucksvoll sind dabei einzelne Jahre von Grand Theft Auto V: Allein 2017 sollen Royalties von 583 Millionen US-Dollar angefallen sein, 2018 dann 383 Millionen US-Dollar. Ein großer Anteil davon soll bei den Houser-Brüdern gelandet sein.
Hinzu kommt, dass ein Leak zuletzt nahelegte, dass GTA Online weiterhin Jahr für Jahr Hunderte Millionen einspielt. Gerade diese Dauerläufer-Einnahmen erklären, warum Rockstar auch ohne neue Vollpreis-Releases wirtschaftlich extrem stark bleibt.
Was Sam und Dan Houser heute machen
Woran arbeiten Sam und Dan Houser aktuell? Sam Houser ist weiterhin Präsident von Rockstar Games und damit auch in der Verantwortung, wenn es um die Entwicklung von GTA VI geht. Dan Houser hingegen hat Rockstar bereits 2020 verlassen und anschließend ein neues Unternehmen gegründet: Absurd Ventures.
Dort entstehen aktuell gleich mehrere Projekte. Genannt werden unter anderem zwei Spiele, darunter ein Open-World-Actionspiel, außerdem weitere Medienformate. Dan Houser trat im letzten Jahr zudem deutlich öffentlicher auf als früher, unter anderem in Interviews, die neue Einblicke in seine Arbeitsweise, seine Sicht auf Rockstar und auch auf die Zusammenarbeit mit seinem Bruder liefern.
Zusätzlich kursiert die Aussage eines verlässlichen Insiders, wonach es unterschiedliche Vorstellungen über die Ausrichtung von Rockstar gegeben haben soll, was Dans Abgang mit beeinflusst haben könnte. Offiziell bestätigt ist diese Darstellung nicht, sie passt aber zu der Beobachtung, dass sich Dan seitdem kreativer breiter aufstellt.
Einordnung für Fans in Deutschland
Was bedeutet das für die Gaming-Community rund um GTA 6? Unterm Strich zeigt die Entwicklung vor allem eins: Rockstar profitiert weiterhin massiv von seinem Katalog und den Live-Service-Einnahmen. Für euch als GTA-Fans kann das zwei Seiten haben. Einerseits sorgt der finanzielle Rückenwind dafür, dass Take Two und Rockstar die Mittel für große Produktionen haben. Andererseits nimmt die wirtschaftliche Abhängigkeit von dauerhaften Online-Einnahmen auch den Druck, schnell nachzulegen.
Spannend bleibt vor allem, wie stark GTA VI die nächste Welle lostritt, nicht nur bei den Verkaufszahlen, sondern auch bei den langfristigen Einnahmen, die dann wieder in die Beteiligungsmodelle der Rockstar-Spitze fließen könnten.
Wie seht ihr das: Ist es für euch nachvollziehbar, dass die Houser-Brüder auch ohne neue Releases weiter so stark verdienen, oder wünscht ihr euch, dass der Fokus wieder stärker auf regelmäßigen großen Singleplayer-Veröffentlichungen liegt? Schreibt eure Meinung in die Kommentare.




