GTA 6

Rockstar in UK-Debatte – hohe Steuererleichterungen und Reformforderungen

Rockstar Games steht in Großbritannien erneut im politischen Kreuzfeuer. Im Mittelpunkt der aktuellen Debatte steht diesmal nicht ein Trailer oder ein Release-Fenster, sondern Geld: Ein Bericht über die britischen Unternehmenszahlen des GTA-6-Studios entfacht Diskussionen über Steuervorteile, mögliche Reformen und den Vorwurf, der bereits als Grand Theft Tax durch die Medien geistert.

Ausgelöst wurde das Ganze durch einen neuen Report, der unter anderem von The Scotsman aufgegriffen und von der Independent Workers Union of Great Britain verbreitet wurde. Darin geht es um finanzielle Details rund um Rockstars wichtigste UK-Standorte und um die Frage, ob das britische Förderinstrument für Games noch so funktioniert, wie es ursprünglich gedacht war.

Offengelegte Kennzahlen aus dem Geschäftsjahr

Welche Zahlen stehen jetzt bei Rockstar Games im Fokus? Laut den britischen Unternehmensunterlagen soll Rockstar Games im Geschäftsjahr 2024/2025 mehr als 70 Millionen Pfund über die britische Video Games Tax Relief geltend gemacht haben. Gleichzeitig werden ein Gewinn von über 87 Millionen Pfund sowie ein Umsatz von 508 Millionen Pfund genannt.

Ebenfalls auffällig: Es sollen Dividenden in Höhe von 85 Millionen Pfund ausgeschüttet worden sein. Rockstar betreibt in Großbritannien mehrere Standorte, darunter International in London, North in Edinburgh sowie Studios in Dundee, London, Leeds und Lincoln.

Warum wirkt das trotz fehlender Neuveröffentlichungen so hoch? Viele werden sich fragen, wie solche Kennzahlen zustande kommen, obwohl Rockstar seit 2018 kein komplett neues Spiel veröffentlicht hat. In den Unterlagen wird laut Bericht unter anderem auf Forschung und Entwicklung verwiesen, was in der Praxis bei einem riesigen Projekt wie GTA 6 als Erklärung für fortlaufende Kosten und Aktivitäten dienen kann.

So funktioniert die britische Games-Steuererleichterung

Was ist die Video Games Tax Relief und wofür war sie gedacht? Die britische Regierung hat die Video Games Tax Relief im April 2014 eingeführt, um die Produktion von Games im Vereinigten Königreich zu fördern. Unternehmen können sich dabei laut Bericht bis zu 20 Prozent der relevanten Kosten erstatten lassen.

Wie stark nutzt Rockstar das Programm? Seit Einführung des Instruments soll Rockstar insgesamt 504 Millionen Pfund geltend gemacht haben, beginnend nach dem Start von Grand Theft Auto 5. Das umfasst demnach auch große Produktionen wie Red Dead Redemption 2 und die Entwicklung von GTA 6.

Dass Rockstar dieses System nutzt, ist seit Jahren bekannt. Neu ist allerdings die Intensität der öffentlichen Diskussion, weil die hohen Summen jetzt erneut sehr konkret auf dem Tisch liegen und parallel arbeitsrechtliche Vorwürfe im Raum stehen.

Gewerkschaften, Entlassungen und politische Reaktionen

Warum wird jetzt von Grand Theft Tax gesprochen? Der Begriff wird mit einem politischen Vorstoß aus Schottland verknüpft. Laut North Edinburgh News hat die Abgeordnete Tracy Gilbert das Thema im britischen Parlament angesprochen, dabei Rockstars Steuernutzung und Vorwürfe rund um Union Busting thematisiert und die Debatte damit zusätzlich angeheizt. Demnach sollen zuständige Minister die Situation prüfen.

Welche Rolle spielen die Entlassungen? In der Berichterstattung wird erwähnt, dass es im vergangenen Jahr Entlassungen von nahezu 40 Mitarbeitenden gegeben haben soll. Im Umfeld dieser Maßnahme stehen Vorwürfe, es könne um das Verhindern gewerkschaftlicher Organisation gegangen sein. Rockstar weist diese Anschuldigungen zurück.

Welche Argumente bringt Rockstar selbst? Das Studio betont, seit Einführung der Steuererleichterung massiv im Vereinigten Königreich investiert zu haben und mehr als tausend Jobs im Kreativsektor in Schottland und England geschaffen zu haben.

Seit der Einführung der Video Games Tax Relief im Jahr 2014 hat Rockstar enorm in Großbritannien investiert und mehr als tausend Arbeitsplätze im Kreativsektor in Schottland und England geschaffen. Dieses lokale Engagement habe geholfen, das Vereinigte Königreich an die Spitze globaler Unterhaltung zu bringen und Wachstum, Skills sowie Innovation zu stärken.

Reichtum, Royalties und die größere Debatte

Wieso landet das Thema jetzt wieder bei Royalties und den Housers? In der Diskussion tauchen auch ältere Zahlen und Berichte auf, die den wirtschaftlichen Hebel hinter Grand Theft Auto 5 verdeutlichen sollen. Tax Watch UK berichtete früher demnach von internen Royalties in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar bei Take-Two Interactive im Zeitraum der Geschäftsjahre bis 2014 und 2019.

Welche Größenordnungen wurden dabei genannt? Für 2017 seien Royalties von 583 Millionen US-Dollar im Kontext von Grand Theft Auto 5 genannt worden, für 2018 383 Millionen US-Dollar. Ein großer Teil dieser Royalties soll laut den Angaben an die Mitgründer Sam und Dan Houser gehen. Beide seien außerdem in der UK Rich List geführt worden, mit einem kombinierten Vermögen von über 400 Millionen Pfund Anfang 2025.

Die Forderung nach Reformen wird lauter

Was wird an der Förderung konkret kritisiert? Der Kern der Kritik ist der mögliche Widerspruch zwischen dem Ziel, lokale Games-Produktionen zu fördern, und den gleichzeitig extrem hohen Gewinnen eines globalen Publishers. Wenn ein Unternehmen über Jahre Umsätze jenseits der halben Milliarde Pfund in Großbritannien ausweist und gleichzeitig große Steuererleichterungen nutzt, stellt sich für Politiker und Gewerkschaften die Frage, ob die Regeln nachgeschärft werden müssen.

Welche Reform-Ideen stehen sinngemäß im Raum? In der Debatte geht es typischerweise darum, Förderhöhen stärker zu begrenzen, Kriterien enger zu fassen oder die Transparenz zu erhöhen. Der aktuelle Fall liefert dafür Munition, weil er zeigt, wie groß die Summen sein können, wenn ein Mega-Franchise über Jahre in einem Land bilanziert und gleichzeitig förderfähig bleibt.

Wie bewertet ihr das Ganze: legitime Standortförderung für eine der größten Entertainment-Produktionen der Welt oder ein System, das dringend reformiert werden muss? Schreibt eure Meinung gern in die Kommentare.

Alfred R.

Alfred ist passionierter GTA-Kenner, Autoliebhaber und selbsternannter „CEO of Los Santos“. Seit fast 30 Jahren begleitet er die GTA-Reihe aktiv und bringt seine Erfahrung aus hunderten Spielstunden in seine Artikel ein. Wenn er nicht gerade mit fünf Sternen auf der Flucht ist oder getunte Sportwagen über den Asphalt jagt, schreibt er mit Leidenschaft über Fahrzeuge, Missionen und Geheimnisse der GTA-Welt. Lieblingsauto: Pegassi Zentorno (real oder digital – beides wäre top)

EMPFOHLENE ARTIKEL

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 KOMMENTARE
Älteste
Neueste Most Voted
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anschauen
Schaltfläche "Zurück zum Anfang"