Skandal um Rockstar Games – Einfluss auf GTA VI droht
Die Nennung von Sam Houser und Leslie Benzies in den kürzlich veröffentlichten US-Justizdokumenten rund um den Fall Epstein sorgt aktuell für intensive Diskussionen unter Spielern. Während gegen Benzies direkte Vorwürfe der sexuellen Gewalt durch die Epstein-Überlebende Sarah Ransome erhoben werden, wird Houser bislang lediglich im Kontext persönlicher Bekanntschaften genannt. Dennoch werfen die Aussagen ein Schlaglicht auf mögliche interne Probleme bei Rockstar Games, auch wenn es derzeit keine offiziellen Ermittlungen oder Beweise gegen Houser gibt.
Aus der Sicht der Gaming-Community stellt sich nun die Frage, ob diese Enthüllungen Auswirkungen auf die Entwicklung und Veröffentlichung von GTA VI haben könnten. Gleichzeitig geraten zentrale Figuren der Videospielindustrie in ein moralisches und juristisches Spannungsfeld, das nicht ohne Folgen bleiben dürfte.
Die Anschuldigungen im Detail
Was genau steht in den veröffentlichten Dokumenten? Laut Aussagen von Sarah Ransome, einer der Überlebenden im Epstein-Komplex, soll Leslie Benzies sie sexuell missbraucht haben. In ihrer E-Mail vom 9. Dezember 2023 beschreibt sie detailliert Szenen, in denen sie Benzies beschuldigt, Drogen, Geld und seine Rockstar-Vergangenheit instrumentalisiert zu haben. Besonders brisant ist ihre Aussage:
„Dass dieser Mist irgendwoher kommen musste – warum also nicht von dem Kerl, der GTA mit erfunden hat!!“
Auch Sam Houser wird in der gleichen Nachricht erwähnt. Ransome beschreibt, ihn mehrfach getroffen zu haben, während sie mit Benzies zusammen war. Dabei stellt sie nicht direkt strafrechtliche Vorwürfe gegen Houser, deutet aber strukturelle Missstände bei Rockstar an:
„Ich bin überrascht, dass es für euch Jungs von Rockstar North noch keine Sammelklage gibt!!“
Reaktionen in der Community
Wie reagieren Fans und Medien auf die Enthüllungen? In sozialen Netzwerken wie X (ehemals Twitter) und Reddit überschlagen sich die Diskussionen. Während einige Nutzer fordern, Rockstar solle sich öffentlich äußern, spekulieren andere bereits über mögliche Konsequenzen für die Veröffentlichung von GTA VI. Der Hashtag #DelayGTA6 trendete kurzzeitig.
Allerdings ist bislang weder ein Statement von Rockstar Games noch von Sam Houser oder Leslie Benzies bekannt. Auch vonseiten der US-Behörden gibt es aktuell keine Ermittlungen wegen dieser spezifischen Aussagen. Dennoch wächst der Druck auf das Unternehmen, Transparenz zu schaffen.
Einordnung der beteiligten Personen
Wer sind Sam Houser und Leslie Benzies? Sam Houser ist der Mitgründer und derzeitige Präsident von Rockstar Games. Geboren 1971 in London, gilt er als einer der kreativen Köpfe hinter der Grand Theft Auto-Serie. Er war maßgeblich an der Konzeption und Produktion von GTA III, Vice City, San Andreas und späteren Titeln wie GTA V und Red Dead Redemption 2 beteiligt. Houser ist bekannt dafür, die Öffentlichkeit zu meiden und den Fokus auf die Marke Rockstar zu legen.
Leslie Benzies war bis 2016 Studioleiter bei Rockstar North und Hauptproduzent zahlreicher GTA-Spiele sowie von Red Dead Redemption. Nach seinem Abschied folgte ein öffentlicher Rechtsstreit mit Rockstar über Tantiemen-Zahlungen. Seitdem ist er mit seinem eigenen Studio Build A Rocket Boy tätig, dessen erstes Spiel Mindseye 2025 erschien – allerdings mit schwachen Kritiken.
Ausblick auf mögliche Konsequenzen
Wie geht es jetzt weiter? Die aktuellen Aussagen werfen zwar einen Schatten auf das Umfeld von Rockstar Games, doch konkrete rechtliche Entwicklungen bleiben bislang aus. Sollte sich allerdings ein juristisches Verfahren ergeben oder weitere Zeugen auftreten, könnte dies nicht nur für die Genannten, sondern auch für das Unternehmen weitreichende Folgen haben.
Die Frage, ob sich GTA VI deshalb verzögert, bleibt bis auf Weiteres unbeantwortet. Die lang erwartete Veröffentlichung ist für Herbst 2025 geplant. Ob die neuen Entwicklungen den Zeitplan beeinträchtigen, hängt davon ab, wie Rockstar intern mit der Situation umgeht und ob sich daraus ein öffentlicher oder juristischer Druck ergibt.
Ein kritischer Moment für die Branche
Welche Bedeutung hat dieser Fall für die Spieleindustrie? Die Nennung von prominenten Entwicklern in einem derart sensiblen Kontext ist ein Weckruf für eine Industrie, die sich bislang oft hinter kreativer Freiheit und Markenstärke versteckt hat. Der Ruf nach mehr Transparenz, ethischer Verantwortung und sichereren Arbeitsstrukturen wird lauter.
Unabhängig von der juristischen Bewertung stellt sich auch die moralische Frage: Wie viel Verantwortung tragen Führungspersonen in kreativen Großprojekten, wenn sich toxische Strukturen etablieren? Die kommenden Wochen und Monate könnten wegweisend sein – nicht nur für Rockstar, sondern für die gesamte Branche.
Was denkst du über die Vorwürfe gegen Leslie Benzies und die Erwähnung von Sam Houser? Sollte Rockstar Games ein öffentliches Statement abgeben? Teile deine Meinung gerne in den Kommentaren.




